Zum Inhalt

Diversifikation: Streuung nach Anlageklassen und Regionen

Diversifikation bedeutet, Anlagen auf verschiedene Risikotreiber zu verteilen. Statt das gesamte Portfolio von einem Unternehmen oder Markt abhängig zu machen, werden unterschiedliche Anlageklassen, Regionen, Branchen und Schuldner betrachtet. Wenn sich diese Bausteine unterschiedlich entwickeln, kann Streuung die Wirkung einzelner Verluste auf das Gesamtportfolio verringern.

Mehrere Dimensionen der Streuung

Eine Übersicht kann nach Aktien, Anleihen und Liquidität gliedern und innerhalb dieser Gruppen Länder, Branchen, Währungen und Emittenten erfassen. Eine ausgewogene Verteilung richtet sich nach Gewichtungen und Risikotreibern: Auch ein Fonds mit vielen Wertpapieren kann von wenigen großen Unternehmen oder einer Branche geprägt sein. Überschneidungen zwischen Fonds können Konzentrationen verbergen.

Zusammenhänge und Korrelation

Die Risikominderung hängt davon ab, wie sich die Anlagen zueinander bewegen. Wenn unterschiedliche Positionen unter denselben wirtschaftlichen Bedingungen gleichzeitig fallen, sinkt der Diversifikationseffekt. Historische Zusammenhänge können sich verändern. Deshalb betrachtet eine Portfolioanalyse sowohl die einzelnen Bausteine als auch ihre gemeinsame Entwicklung.

Was Streuung leisten kann

Streuung kann unternehmens- und branchenspezifische Risiken reduzieren. Breite Marktbewegungen sowie Währungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken bleiben für das Gesamtportfolio relevant. Ein Portfolio bleibt zudem von seinen Anlagezielen, Kosten und dem Anlagehorizont abhängig. Ein breit gestreuter Aktienfonds kann weiterhin starke Kursverluste erleben, wenn Aktienmärkte insgesamt fallen.

Anlageziele und Zeithorizont bestimmen, wann das Kapital gebraucht wird und welche Verluste tragbar sind. Risiko und Schwankung sind deshalb im Zusammenhang mit dem geplanten Geldbedarf zu messen. Bei Aktien-ETFs zählt die Verteilung auf tatsächliche Unternehmen und Märkte.

Überschneidungen erkennen

Wer mehrere Fonds hält, kann ihre größten Positionen und Ländergewichtungen nebeneinanderstellen. Zwei unterschiedlich benannte Fonds können dieselben Unternehmen enthalten, wenn sie ähnliche Indizes oder Branchen abbilden. Auch ein ETF-Mix kann dadurch stärker konzentriert sein als die Anzahl der Produkte vermuten lässt. Eine Übersicht nach tatsächlichen Positionen zeigt diese Abhängigkeiten.

Streuung über Anlageklassen kann verschiedene Ertragsquellen verbinden, aber Anleihen, Aktien und Liquidität reagieren in bestimmten Phasen zugleich auf Zinsen oder wirtschaftliche Unsicherheit. Die Zusammenhänge hängen vom Zeitraum und den Marktbedingungen ab.

Produktzahl und Streuung unterscheiden

Viele Fonds können ein konzentriertes Portfolio bilden, wenn ihre Anlagen dieselben Aktien oder Märkte umfassen. Umgekehrt kann ein einzelner global ausgerichteter Fonds bereits zahlreiche Unternehmen und Länder enthalten. Ausschlaggebend sind die tatsächlichen Gewichtungen und Zusammenhänge zwischen Depotpositionen. Auch unterschiedliche Währungen und Geschäftsbereiche können eigene Risikobeiträge leisten.

Gemeinsame Positionen berechnen

Ein Depot hält 6.000 Euro in Fonds A und 4.000 Euro in Fonds B. Fonds A investiert 10 Prozent in Unternehmen X, Fonds B 15 Prozent. Über beide Positionen entfallen damit 600 plus 600 Euro, insgesamt 1.200 Euro, auf X. Bezogen auf 10.000 Euro Depotwert sind das 12 Prozent. Die gemeinsame Position kann größer sein, als die Einzelfondsansichten vermuten lassen.

Diese Konzentration erhöht die Abhängigkeit von Unternehmen X, sagt aber noch nichts über das gesamte Marktrisiko aus. Viele unterschiedliche Unternehmen können in einer allgemeinen Börsenkorrektur gleichzeitig fallen. Unternehmensstreuung und breite Marktrisiken sind deshalb getrennt zu betrachten.

Was das gemeinsame Gewicht für Verluste bedeutet

Verliert Unternehmen X aus dem Beispiel vierzig Prozent seines Werts und bleiben alle anderen Positionen unverändert, sinken die gemeinsamen 1.200 Euro auf 720 Euro. Der Verlust von 480 Euro entspricht 4,8 Prozent des ursprünglichen Gesamtdepots. Derselbe Titel wirkt also auch dann als eine gemeinsame Abhängigkeit, wenn er in zwei Fonds liegt. Die Rechnung lässt Kosten und Veränderungen der übrigen Fondspositionen unberücksichtigt.

Unterschiedliche Anlageklassen in zwei Szenarien

Ein weiteres hypothetisches Depot enthält 6.000 Euro Aktien und 4.000 Euro Anleihen. Fallen Aktien um zwanzig Prozent und steigen Anleihen um vier Prozent, verbleiben 4.800 plus 4.160 Euro, insgesamt 8.960 Euro. Der Verlust beträgt 10,4 Prozent. Fallen die Anleihen stattdessen ebenfalls, um zehn Prozent, verbleiben nur 8.400 Euro: sechzehn Prozent weniger. Die unterschiedliche gemeinsame Entwicklung verändert damit den Streuungseffekt erheblich. Welche Kombination künftig auftritt, hängt unter anderem von Zinsen, Bonität und Marktbedingungen ab.