Fonds vergleichen: Kosten, Risiko und Anlageziel
Fonds lassen sich nur dann sinnvoll vergleichen, wenn sie eine ähnliche Aufgabe erfüllen. Aktienfonds, Rentenfonds und Geldmarktfonds reagieren auf unterschiedliche Märkte und verfolgen verschiedene Anlageziele. Auch zwei Aktienfonds können sich stark unterscheiden, wenn sie andere Regionen, Branchen oder Auswahlregeln nutzen. Ein Vergleich beginnt daher mit der Frage, welche Anlagen der Fonds halten darf und welche er tatsächlich hält.
Anlageziel und Strategie
Das Anlageziel beschreibt den angestrebten Schwerpunkt; die Anlagebedingungen legen die zulässigen Möglichkeiten fest. Ein Fonds kann aktiv verwaltet sein oder einen Index nachbilden. Bei einem Indexfonds bestimmen Referenzindex und Gewichtungsregeln die Aufstellung. Bei aktivem Management sind Auswahlverfahren, Vergleichsmaßstab und Risikogrenzen hilfreich. Die tatsächliche Zusammensetzung zeigen Fondsberichte und Produktinformationen.
Kosten und Erträge
Zu den Kosten zählen laufende Verwaltungs- und Betriebskosten sowie mögliche Transaktionskosten und Vertriebsentgelte. Das Basisinformationsblatt stellt standardisierte Produktinformationen einschließlich Kosten und Risikoklasse bereit. Kosten verringern das Ergebnis über die Haltedauer. Vergleiche sollten denselben Zeitraum und dieselbe Anteilsklasse verwenden und berücksichtigen, ob Erträge ausgeschüttet oder wiederangelegt werden.
Risiken, Laufzeit und Handel
Risiken ergeben sich aus Anlageklasse, Schuldnern, Währung, Liquidität und Konzentration. Ein Fonds mit breitem Titelbestand kann trotzdem auf einzelne Regionen oder Unternehmen konzentriert sein. Rückgabefristen und Börsenhandel unterscheiden sich je nach Produkt. Vergangene Wertentwicklung und Risikokennzahlen liefern Kontext für die Einordnung der bisherigen Marktphasen.
Aktienfonds investieren überwiegend in Unternehmensanteile, Rentenfonds in Schuldverschreibungen und Geldmarktfonds vor allem in kurzfristige Geldmarktinstrumente. Der Kostenrechner der Verbraucherzentrale zeigt, wie Gebühren auf das Ergebnis wirken.
Produktinformationen nutzen
Das Basisinformationsblatt enthält standardisierte Angaben zu Anlageziel, Risikoindikator, Haltedauer und Kosten. Der Verkaufsprospekt beschreibt Anlagegrenzen und zulässige Instrumente; Jahresberichte zeigen die tatsächliche Zusammensetzung und vergangene Finanzinformationen. Für einen Vergleich sollten Anteilsklasse, Referenzindex, Währung und Ertragsverwendung übereinstimmen.
Eine Vergleichsliste kann die zentrale Aufgabe des Fonds, die Hauptanlageklasse, laufende Kosten, Risikoindikator, Ausschüttungsform und Rückgabebedingungen enthalten. So werden Unterschiede sichtbar und Fonds nach einem passenden Anlageziel sowie vergleichbaren Kennzahlen eingeordnet.
Vergleich strukturieren
Ein übersichtlicher Vergleich kann für jedes Produkt Anlageziel, Referenzindex, wichtigste Positionen, Regionen, Währungen, Kosten und Rückgaberegeln festhalten. Anschließend lassen sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede nach ihrem Einfluss auf das eigene Ziel ordnen. Ein längerer Anlagezeitraum verlangt einen Vergleich über den entsprechenden Zeitraum und mit dem eigenen Anlageziel. Einheitliche Stichtage reduzieren Verzerrungen durch verschiedene Kurszeitpunkte.
Kosten vollständig einordnen
Zu den möglichen Kosten zählen laufende Verwaltungsvergütungen, Handelskosten, Spreads, Ausgabeaufschläge und Depotgebühren. Bei Dachfonds können zusätzlich Kosten der Zielfonds anfallen. Basisinformationsblatt und Verkaufsprospekt zeigen, welche Bestandteile einbezogen sind. Eine bereits im Anteilwert berücksichtigte laufende Fondsgebühr sollte nicht nochmals als separate Depotbelastung addiert werden.
Rendite und Risiko im selben Zeitraum
Historische Renditen sind nur bei gleicher Währung, vergleichbarem Zeitraum und einheitlicher Behandlung von Ausschüttungen aussagekräftig. Volatilität und maximaler Rückgang ergänzen die Ertragszahl, bilden aber unterschiedliche Eigenschaften ab. Ein höherer Ertrag kann mit stärkeren Schwankungen oder geringerer Liquidität verbunden sein. Vergleichsmaßstab, Kostenbasis und Anteilsklasse sollten bei jeder Gegenüberstellung feststehen.
Ein Fonds mit breiter Streuung ist nicht automatisch für jeden Anlagezweck passend. Laufzeit, Rückgaberegeln und mögliche Verluste sollten zum Zeitpunkt passen, an dem das investierte Geld gebraucht wird.
Ein Kostenbeispiel: Bei 10.000 Euro Anlage entsprechen 0,4 Prozent laufende Kosten 40 Euro im Jahr, sofern sich der Anlagebetrag im Beispiel nicht verändert. Depot- oder Orderkosten können zusätzlich anfallen. Wenn die Fondsrendite bereits nach laufenden Fondskosten ausgewiesen wird, wird dieser Betrag nicht nochmals abgezogen.
Ein höheres Risiko ist nicht allein durch eine höhere historische Rendite abgegolten. Verlustphasen, Streuung und die Möglichkeit der Rückgabe gehören neben der Gebührenzahl in den Vergleich.
Die ausgewiesene Rendite ist nach Kosten zu lesen, sofern die Kennzahl sie bereits berücksichtigt. Eine Bruttorendite lässt sich nur dann vergleichen, wenn Gebührenabzüge anschließend auf einheitlicher Basis berechnet werden.
Welche Kostenbasis eine Tabelle braucht
Angenommen, zwei Angebote betreffen dieselbe Fondsstrategie. Beim ersten werden auf einen Nettoanlagebetrag von 10.000 Euro fünf Prozent Ausgabeaufschlag verlangt: Der gesamte Kaufaufwand beträgt dann 10.500 Euro. Beim zweiten entstehen für denselben Nettoanlagebetrag zehn Euro Orderentgelt, insgesamt 10.010 Euro. Bereits die Ausgangsbasis unterscheidet sich um 490 Euro. Eine Gebührenangabe als Prozentsatz des Bruttozahlbetrags würde zu einem anderen Ergebnis führen; das Beispiel verwendet ausdrücklich den Nettoanlagebetrag als Bemessungsgrundlage.
Für einen fairen Vergleich werden danach der persönlich eingesetzte Gesamtbetrag und die späteren Nettozuflüsse betrachtet. Eine Fondsperformance von beispielsweise sechs Prozent nach laufenden Fondskosten sagt noch nicht, welche Rendite nach diesem anfänglichen Ausgabeaufschlag bleibt. Zugleich können verschiedene Anteilsklassen desselben Fonds unterschiedliche laufende Gebühren haben. Die günstigere Kaufgebühr allein beantwortet deshalb die Kostenfrage über mehrere Jahre nicht.